Hey, wir sind Marie, Nora, Miro, Flaco und Manu – und gemeinsam sind wir die Werkstatt für Utopien und Mentale Selbstverteidigung, oder kurz: WUMS!

Wir sind noch ein recht junges Kollektiv, und alles fing vermutlich damit an, dass wir immer wieder in verschiedenen Konstellationen Gespräche führten, die mit der Erkenntnis endeten, wir bräuchten sowas wie „mentale Selbstverteidigung“.

Da geht es unter Anderem darum, was der neueste Müll, den Trump verzapft hat mit uns macht oder um unsere internalisierten Unter­drückungsmechanismen, also beispielsweise wie wir Rassismus reproduzieren, oder um das letzte Plenum, was mal wieder super anstrengend, viel zu chaotisch und zu lang war. Für all diese Situationen und noch viele mehr wünschen wir uns Ideen, Handlungs­möglichkeiten und Ansätze, um uns weniger ohnmächtig und überfordert zu fühlen.

Wir wollen, dass unsere Psyche und unsere Körper in unseren politischen Kontexten eine Rolle spielen – und vor allem die Erkenntnis stärken, dass Psyche, Kopf und Körper zusammenhängen. Wir sprechen gerne von „Flow“, also dem Zustand, in dem Denken, Handeln und Fühlen im Einklang miteinander sind. Denn wir wollen nicht, dass das Handeln nur in Aktionsgruppen und unsere Gefühle nur in Beziehungen verhandelt werden. Wir wollen dieser elendigen Separation des patriarchal-kapitalistischen Systems mehr kollektives Handeln & Fühlen entgegen setzen.

Dabei sehen wir uns nicht als die Expert*innen in „mentaler Selbstverteidigung“, sondern eher als Forschende oder Promotor*innen, die sich einem Thema mit Passion verschrieben haben und ihm viel Aufmerksamkeit schenken.

Ganz zentral ist uns dabei, unsere euro­zentrischen Gedankenmuster zu überwinden und unser Lernen, Denken und Handeln zu dekolonisieren. Daher gilt unser großer Dank zahlreichen BIPoC Communities auf der ganzen Welt, die uns helfen zu wachsen und uns weiter zu entwickeln.

Eine große Inspiration sind für uns beispielsweise verschiedene Bewegungen, Ideen und Ansätze aus den USA, dazu gehören das Move­ment Strategy Center, adrienne maree brown, Prentis Hemphill, Miki Kashtan, generative somatics und community accountability. Ebenso fühlen wir uns der zapatistischen Bewegung und anderen indigenen Bewegungen in verschiedenen Teilen der Welt verbunden.

An Erfahrungsschätzen bringen wir selbst so unterschiedliche Hintergründe wie Mediation, Forumtheater, Yoga, politische Bildungsarbeit, Dragon Dreaming, Prozessorientierte Psycho­logie, Systemische Supervision, Embodiment, Gewaltfreie Kommunikation und vieles mehr mit.

Im vergangenen Jahr haben wir trotz Corona eine Reihe von Schnupper-Workshops durch­geführt, in denen wir die Grundannahmen unserer Arbeit als Thesen vorgestellt und diskutiert haben. Zentraler Teil sind vor Allem praktische Übungen aus den Bereichen poli­tische Körperarbeit, kollektive Kommunikation, und emotionale Kompetenzen. Dabei waren auch Übungen, die uns bei chronischem Stress oder in akuten Notsituationen helfen können. Im Zentrum steht für uns immer wieder, wie es uns gelingen kann trotz und wegen all der Grausamkeiten und Absurditäten des globalen
Herrschaftssystems handlungsfähig und einfühlsam zu bleiben, ohne uns gegen das abzuschotten, was draußen in der Welt und vor unseren Haustüren passiert. Ziel ist dabei natürlich auch immer, unsere politische Handlungsfähigkeit zu stärken. Ebenso wollen wir lernen, wie wir Verantwortung für unsere Bedürfnisse über­nehmen können und wie wir uns in unseren Kollektiven gegenseitig unterstützen können.

Mehr in unseren Podcasts. Besonders hier:

WP#4 – Worum es uns geht
WP#4 – Worum es uns geht
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